Eigentlich kreisen meine Gedanken im Moment fast ausschließlich um die nächste Fotoausstellung, die ich gemeinsam mit meinen Freunden organisiere. Aber das ist nicht wirklich relevant für ein Irland-
Das Dubliner Trottoir ist ein Fußgängerweg aus der Familie der öffentlichen Gehflächen und eine der drei in Irland vertretenen Gattungen innerstädtischer Freiräume. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Dublin, sowie südwärts bis nach Bray. Das gemeine Dubliner Trottoir breitet sich dabei vor allem in den zentralen Einkaufsstraßen aus, wo es sein Territorium durch überraschendes Erlegen von Beute aus dem Hinterhalt absichert.
Drei Unterarten des Dubliner Trottoirs sind hervorzuheben, gekennzeichnet durch jeweils charakteristisches Jagdverhalten - das vom Aussterben bedrohte Kopfsteinpflaster semita ambulans, die denkmalgeschützten Granitgehsteige semita silica und die in den letzten Jahren verstärkt auftretenden Pflastersteinfußwege pavimentum emplastri . Alle drei Trottoirs haben die Konzentration auf weibliche Beutepersonen gemeinsam. Insbesondere Passantinnen mit einer Absatzhöhe von 3 cm und höher werden durch das Dubliner Trottoir erlegt.
Kopfsteinpflaster sind heute nur noch selten anzutreffen und treten vor allem in innerstädtischen Szenegebieten sowie in der Nähe von Hafenanlagen auf. Das Kopfsteinpflaster erlegt Absatzträgerinnen vor allem durch systematisch angelegte Fang-Ritzen, in denen sich die Hacken festsetzen und die Trägerin zu Fall bringen. Der Granitgehsteig - vorzugsweise an georgianischen Plätzen gelegen - geht nur bei Regenwetter auf Beutezug, indem er seine Oberfläche mittels kohäsiver Wasseraufnahme zu einer glitschigen Rutschfläche macht, auf der die Stöckelnden den Halt verlieren. Besonders perfide jagt der Pflastersteingehweg. Seine Opfer zunächst angesichts moderner Baumethoden in Sicherheit wiegend, öffnet der Pflastersteingehweg nicht nur nach Bedarf Fangritzen (siehe Kopfsteinpflaster), sondern ist darüber hinaus in der Lage, die Kanten seiner Einzelsteine individuell als Stolperfalle in Position zu bringen. Die doppelte Angriffsstrategie des Pflastersteingehwegs ist nach neuesten Erkenntnissen der Zeologen eine Reaktion auf das Überangebot an Beute vor allem in verkehrsberuhigten Fußgängerzonen, vor Schuhgeschäften und in der Nähe von Bekleidungshäusern.
Angesichts dieser Sachlage ist es den potentiellen Opfern (Absatzträgerinnen) dringend angeraten, das Territorium des Dubliner Trottoirs nur mit Gehhilfe (homo sapiens masculinum) zu betreten oder gegebenenfalls auf absatzloses Schuhwerk umzusteigen. Das Betreten des Dubliner Trottoir geschieht auf eigene Gefahr, kann aber ggf. durch Lektüre einschlägiger Onlinekurse zum Thema "Gehverhalten auf Hochabsätzen" oder durch Teilnahme an einem High-Heels-Sicherheitstraining geübt werden.
Großartig! :) Demnächst ist dieser Beitrag in Brem's Tierleben zu finden... :D
AntwortenLöschenHehe, danke! Ich könnte mir auch sehr gut einen kleinen Fernsehbeitrag von Professor Grzimek dazu vorstellen ;-)
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